“Das Kap” by Sepp Gumann, Schweiz

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Wer von Kapstadt aus zum Kap der guten Hoffnung gelangen will, dem empfiehlt es sich, diesen wunderbaren Tagesausflug als Rundtour zu absolvieren.

Gleich hinter Kapstadts ältesten Weinanbaugebiet Constantia taucht mit Muizenberg der erste Strand an der False Bay auf. Seefahrer hatten einst “Cape Hangklip” mit “Cape Point” verwechselt, daher False Bay gleich falsche Bucht. Das Wasser der “False Bay” ist im Gegensatz zu den ungeschützten Atlantik-Stränden auf der Cape Peninsula-Westseite immer etwa 5 Grad wärmer.

Auf dem weiten Weg zum Kap führt von Muizenberg (mit seinem schönen weissen Sandstrand) aus in Richtung St. James und Kalk Bay. Dieser Ort hat einen Gezeiten-Pool der zum sicheren Baden einlädt. Auch ist Kalk Bay berühmt für seine skurrilen Antik- und Trödelläden, die einen Besuch wert sind.

Von hier aus gibt es auch Boots-Trips zur Robbenisel Seal Island in der False Bay, auch ein beliebter Tummelplatz für weisse Haie!

Weiter geht es dann über Fish Hoek (mit sehr schönen Badestrand) zum historischen Simonstown, seit über 200 Jahren wichtigster Marinestützpunkt Südafrikas, welcher von den Engländern im Jahre 1814 zur Marinebasis ausgebaut worden ist.

Über viele Jahre hinweg war Simonstown vom Marine Stützpunkt geprägt, heute sind es die Touristen, die zum südlichen gelegenen und schönsten Strand der Kaphalbinsel “Boulders” pilgern. Monumentale Granitfelsen sorgten für seinen Namen und natürlich ein weiteres Highlight: African Penguins, die hier geschützt in einer Kolonie leben. Seit 1998 gehört Boulders Beach zum neuen 7700 Hektar grossen Cape Peninsula Nationalpark.

Nach Boulders endet auch die Bebauung der Landschaft relativ abrupt und die kurvenreiche Küstenstrasse mit wunderschönen Ausblicken auf die False Bay und auf das bereits am Horizont auftauchende Cape Point.

Die Strassen wird nun wild und spektakulär, Serpentinen und enge Kurven zwischen schroffen Felshängen mit tollen Ausblicken auf Meer und Faltenberge.

Zwischen hier und dem Kap leben Bärenpaviane, die öfters die Autostrasse “belegen”, aber niemals gefüttert werden sollten, weil diese wegen den extrem langen Zähnen böse Wunden verursachen können. Also am besten mit dem Auto schnell genug das Weite suchen!

Nach Smithwinkelbay ist eine Gabelung und von hier aus geht es durch das Cape of Good Hope Nature Reserve, wo am Eingang ein geringes Eintrittsgeld fällig wird.

Die gesamte Südspitze der Kap-Halbinsel mit einer Küstenlinie von rund 40 Kilometer steht seit 1936 unter Naturschutz. Nebst einer vielfältigen Kap-Flora haben hier auch Antilopen neben Springböcken, Buntböcken, Bärenpavianen, Straussen und Zebras ein sicheres Rückzugsgebiet gefunden.

Nach Regenfällen kommen Dutzende von Schildkröten auf die Strassen, um das Wasser aus den Pfützen zu trinken. Das Kap ist auch bekannt durch die unheimlich vielfältige Fynbos-Vegetation, wo man unter anderem auf Bekannte trifft, nämlich die in schweizerischen Balkon-Blumenkistchen sehr populäre Geranie. In diesem Reservat leben sie noch ganz wild und ungezähmt.

Die Strasse durch den Park endet unterhalb des Cape Point an einem grossen Parkplatz. Zu Fuss oder mit einer Zahnradbahn geht es die letzten steilen Meter zum höchsten Punkt mit dem pittoresken Leuchtturm, von wo aus sich ein grandioser und atemraubender Blick über die False Bay und die Holland Mountains im Hintergrund bietet.

209 Meter tiefer brandet der Atlantik gegen die schroffen Felsen, dessen Brandung hier oft so gewaltig donnert, dass man dagegen schwerlich zu Wort kommt. Manche Touristen halten Cape Point für den südlichsten Punkt des Cape, dieser liegt jedoch ca. 3 Kilometer weiter westlich und etwa 200 Meter südlicher, nämlich am Cape of Good Hope, dem Kap der guten Hoffnung.

Vom neuen in Felsen gebauten Cape Point Restaurant “Two Oceans” mit seiner grandiosen Aussicht kann man das aufeinandertreffen der beiden Ozeane optimal beobachten, ändert aber nichts an der Tatsache, das sich ATLANTIK und PAZIFIK schon etwa 320 Kilometer südöstlich vereinen, nämlich am Kontinent Afrikas südlichstem Punkt, dem Cape Agulhas.

Für trittsichere Wanderer lohnt sich ein Abstieg zum neu erbauten, elektronisch modernen Leuchtturm. Auf diesem Weg können herrrliche Foto-Sujets entstehen, je nach Vegetations-Jahreszeit.

Bevor wir die Rückkehr antreten setzen wir und auf einen gut liegenden Felsaussichtspunkt, schauen auf das wild schäumende Meer hinaus, träumen wo Afrika endet, fast wie zu Hause beim Betrachten der Weltkarte, fast unwirklich, diesmal aber wahr!

Beim Verlassen des Parks führt uns die Etappe weiter auf de “M 65” Richtung Scarborough, jedoch nicht ohne den kleinen Abstecher zu machen zum Cape of Good Hope.

Hier lassen wir nochmals die Meeres-Brandung aus nächster Nähe zur ewigen Erinnerung in uns aufnehmen. Dann geht’s weiter entlang der malerischen Witsand Bay zum Misty Point. Die Meeresbrandung sorgt hier ständig für einen feinen Dunst und in der Nachmittagssonne, sieht der Welt wie verzaubert aus.

Auf der aussichtsreichen aber engen Küstenstrasse ragt bald der Leuchtturm von Kommetjie in Blickfeld, und in einem weiten Bogen landeinwärts um die Lagune an der Chapmans Bay gelangen wir nach Noordhoek.

Hier breitet sich mit 5 km der feinste Sandstrand des Cape aus. Das Meer ist hier sehr kalt und der scharfe Atlantikwind ist nur für äusserst gute SURFER geeignet. Der Strand wird von Wanderern und zahlreichen Pferdereitern frequentiert; in Noordhoek können Pferde ausgeliehen werden.

Nun geht es weiter über eine der schönsten Küstenstrassen der Welt, der spektakulär in die Felsen gesprengte, 10 Kilometer lange “Chapman’s Peak Drive”, der in Hout Bay endet.

Es empfiehlt sich eine der zahlreichen Parkbuchten als Pausenhalt zu benützen, um sich mit einem atemberaubenden Ausblick auf Hout Bay belohnt zu werden. Der schönste Aussichtspunkt wird auf dem 160 Meter hohen Scheitelpunkt erreicht, wo die gesamte Bay und der 330 Meter hohe “Sentinel” – dem Rio-Zuckerhut ähnlich – überblickt werden kann und zum Träumen verführt!

Im Hafen von Hout Bay geniessen wir im Fischrestaurant “Mariners Wharf” die leckersten “Snoek‘s”, die südafrikanische Makrele, die nirgendwo sonst frischer ist an der Kap-Halbinsel!”

Weiter in Richtung Kapstadt geht es steil bergauf auf den Scheitelpunkt, dem “Hout Bay Nek”, wo sich beim Ausblick auf das Meer zwischen den 760 Meter hohen “Judas Peak” und dem “Lions Head” nochmals bei uns ein Hochgefühl einstellt.

Auf dem “Victoria Drive” geht’s weiter mit der rechts liegenden Bergkette der “zwölf Apostel”, an deren Ende der Tafelberg aufragt. Entlang der Küstenstrasse tummeln sich zahlreiche Souvenir-Verkaufsstände, wo alles zu haben ist, was Afrikas Kunsthandwerk zu bieten hat.

Bald erreichen wir die palmenumsäumten Badestrände von Camps Bay, Clifton und Sea Point. Allerdings so verlockend die weissen Sandstrände auch aussehen, das Wasser ist hier fast eiskalt, nicht so wie an der False Bay, so dass nur Abgehärtete in die Fluten der westlichen Kap-Strände hinein springen!

Schlussendlich möchte es der Berichtende nicht unterlassen, die noch letzte spektakuläre Inszenierung der Kap-Region zu vergessen: Die Sonnenuntergänge, typisch südafrikanisch “Sundowner”! Hoffentlich bald wieder!

Sepp Gumann, Zürich, Switzerland